
19.03.25 –
Der Ortsverband Samtgemeinde Artland von Bündnis 90/Die Grünen setzt sich für eine nachhaltige und umweltverträgliche Energiewende ein. Angesichts der aktuellen Planungen für mehrere großflächige Freiflächen-Photovoltaikanlagen (FF-PV) in Menslage, Badbergen (Energiepark Wehdeler Feld) und in Quakenbrücker Ortsrandlage („Zwischen den Bahnen“) betonen die Grünen die Notwendigkeit, vorrangig bereits versiegelte Flächen für den Ausbau der Solarenergie zu nutzen.
„Wir begrüßen die Bemühungen um den Ausbau erneuerbarer Energien, doch eine stärkere Nutzung bereits bestehender oder geplanter versiegelter Flächen muss Priorität haben“, so der Ortsverband Samtgemeinde Artland von Bündnis 90/Die Grünen. Diese Position spiegelt sich auch im „Kriterienkatalog zur planerischen Steuerung von FF-PV-Anlagen“ wider, der 2023 vom Samtgemeindebürgermeister und den vier Bürgermeister:innen der Mitgliedsgemeinden unterzeichnet wurde. Er gibt vor, wie solche Anlagen zu planen sind, um etwa den Erhalt des Landschaftsbildes und der Biodiversität zu sichern. Zusammen mit dem niedersächsischen Klimagesetz legt er fest, dass zunächst nach versiegelten Flächen gesucht werden muss, bevor Freiflächen genutzt werden.
Bis 2040 sollen im Land Niedersachsen Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 65 GW installiert werden. Davon sollen 50 GW vorrangig auf versiegelten Flächen entstehen, während nur 15 GW durch Freiflächenanlagen bereitgestellt werden sollen. Laut Angaben des Landes Niedersachsen entspricht das einem Flächenbedarf von etwa 0,5 % der Landesfläche. Heruntergebrochen auf das Artland wären dies etwa 89 ha – eine Zahl, die mit der in Wehdel geplanten Anlage von rund 100 ha bereits überschritten würde.
Wo bleibt also die konsequente Nutzung von Dachflächen und Parkplatzüberdachungen, beispielsweise bei geplanten Verbrauchermärkten? Um diese Flächen in den Gemeinden gezielt heranziehen zu können, empfiehlt der Ortsverband den Abschluss städtebaulicher Verträge. So könnten bereits versiegelte private und kommunale Flächen in der gesamten Samtgemeinde gezielt für Photovoltaikanlagen genutzt werden.
Auch das Thema Bürgerbeteiligung wird kritisch betrachtet. Die Akzeptanzabgabe von 0,2 Cent/kWh an die Gemeinden sei zwar ein Beitrag, reiche aber aus Sicht der Grünen nicht aus, um eine echte Teilhabe der Bevölkerung zu gewährleisten.
„Die Energiewende muss im Einklang mit Natur- und Klimaschutz stehen. Wir setzen uns weiterhin dafür ein, dass PV-Anlagen vorrangig auf bereits versiegelten Flächen entstehen und Bürgerinnen und Bürger stärker an der Wertschöpfung beteiligt werden“, so der Ortsverband abschließend.
Unser nächster offener, grüner Stammtisch findet statt am Mittwoch, 24. Juni 2026, ab 19.00 Uhr, in der Pogge in der Langen Straße in Quakenbrück.
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