Dachflächen von Neu- und Erweiterungsbauten sollen zukünftig Solaranlagen erhalten

07.10.19 von Andreas Henemann

Die Grünen wollen mit Anreizen und Rahmenbedingungen Maßnahmen für den Klimaschutz auf der kommunalen Ebene ankurbeln. Zu Recht fordert der Weltklimarat und die Bewegung „Fridays for Future“ mehr Engagement beim Klimaschutz sowie eine deutliche Reduzierung der Schadstoffemissionen. Selbst bei uns in Deutschland sind die Auswirkungen und Folgen des Klimawandels deutlich spürbarer geworden. Lang anhaltende Dürre- und Hitzeperioden mit Wasserknappheit und erheblichen Ernteausfällen, regionale Starkregenniederschläge mit Überschwemmungen und Erdrutschen, verheerende Stürme mit großen Schäden an Gebäuden und Wäldern sowie schmelzende Gletscher und der schnellere Anstieg des Meeresspiegels sind nur einige davon. Wenn wir das vielbeschworene Ziel, die globale Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen, überhaupt noch erreichen wollen, müssen wir wesentlich mehr für den Klimaschutz tun und so schnell wie möglich die fossilen Energieträger durch erneuerbare Energien bzw. Energieeffizienzmaßnahmen ersetzen. Daher haben die Grünen den Antrag gestellt, dass bei Neuaufstellung bzw. Änderung von Bebauungsplänen folgende textliche Festsetzungen aufgenommen werden: „Mindestens 50 % der Dachflächen eines jeden Gebäudes erhalten eine Photovoltaikanlage und/oder Solarthermieanlage. Von den restlichen Dachflächen erhalten diejenigen mit weniger als 30 Grad Dachneigung eine Dachbegrünung.“ Dadurch soll mehr Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien schadstofffrei erzeugt werden; denn dies können Photovoltaik- und Solarthermieanlagen leisten, die auf oder an Gebäuden installiert werden. Insbesondere eignen sich dafür die Dachflächen von Gebäuden, zum einen wegen der optimalen Ausrichtungen zur Sonne, zum anderen auch, weil diese Module als Nebeneffekt zusätzlich die originäre Aufgabe einer konventionellen Dachbekleidung, nämlich den Witterungsschutz übernehmen können, so Andreas Henemann. 

Dies ist eine der wenigen Möglichkeiten, auch in Stadtquartieren durch Nutzung erneuerbarer Energien zum Klimaschutz beizutragen; denn die Installation erfolgt auf ohnehin vorhandenen bzw. geplanten Gebäuden, während andere Formen erneuerbarer Energien (Windkraft, Wasserkraft, Biomasse) eigenständige Bauwerke auf dafür vorgesehenen Grundstücken erfordern.

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Energie städtebauliche Entwicklung

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